Kurzbericht über den Vortrag und die Magisterarbeit über Antisemmitismus in der arabisch-islamischen Welt von der Islamwissenschaftlerin Carmen Matussek
Zu Beginn eine Erläuterung:
Das Wort "Antisemitismus" wurde ca. 1879 durch Wilhelm Marr definiert und bedeutet "Judenfeindlichkeit in all ihren Facetten". Wilhelm Marr war selbst ein führender Anitsemit und hat damit seiner eigenen Geisteshaltung und der von ihm vertretenen Geistesströmung einen Namen gegeben.
Diese Definition war damals etwas ungeschickt gewählt, da auch Araber zu den Semiten gehören. Aber Antisemitismus hat nichts mit Arabern zu tun, da zu dieser Zeit niemand an Araber dachte. Es gab damals viele Juden in Deutschland und niemand wusste damals, dass auch Araber zu den Semiten gehören.
Marr war somit einer der frühen vorbereitenden Entwickler der NS-Ideologie.
Zu Beginn des Vortrags wurde das Buch "Die Protokolle der Weisen von Zion" vorgestellt und auf die Entstehungsgeschichte eingegangen.
Es entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Umfeld des russischen Geheimdienstes. Fast die Hälfte wurde teilweise wörtlich aus "Dialog in der Hölle" (von Maurice Joly 1864) übernommen, in welchem durch ein fiktives Gespräch zwischen Machiavelli und Montesquieu indirekt die Politik Napoleons III. angegriffen wurde. In "Dialog in der Hölle" gab es keinerlei Bezug zu Juden. Die kreative Leistung der Autoren der "Protokolle" bestand lediglich darin die entsprechenden Aussagen fiktiven jüdischen Verschwörern in den Mund zu legen.
Andere Teile stammen nachweislich aus "Biarritz" (von Hermann Goedsche 1868).
Im Klartext: "Die Protokolle der Weisen von Zion" sind eine Fälschung. Dafür gibt es eindeutige Beweise. Doch diese objektive Tatsache wird oft einfach ignoriert. Die antisemitische Strömung im 20. Jahrhundert rechtfertigte ihre verbrecherischen Handlungen immer wieder mit dieser Fälschung. So wird in dem Buch "Mein Kampf" auf die "Protokolle" verwiesen. Somit sind die "Protokolle" eine wichtige Ursache der Verbrechen in der Zeit von 1933-1945.
Im weiteren Verlauf des Vortrags wurden Beispiele von arabischen Ausgaben der "Protokolle" gezeigt. Das Besondere an diesen Ausgaben ist die darin enthaltene Behauptung, es handle sich hierbei um die absolute Wahrheit, was zur Folge hat, dass die Verkaufszahlen sehr hoch sind und die Profite der Verlage deutlich erhöht sind.
Es wurden auch Beispiele für antisemitische Fernsehserien gezeigt, die in Arabien und Nordafrika gesendet wurden.
Im letzten Abschnitt des Vortrags wurde auf den inhaltlichen und personellen Einfluss der Nationalsozialisten auf die arabisch-islamische Welt eingegangen.
Beispielsweise wurde die NS-Ideologie weiterentwickelt und mit islamischen Elementen vermischt und fand ihre schriftliche Fixierung in der Charta der Hamas. (Siehe Dokumente).

Kurzbericht über den Vortrag und die Magisterarbeit von Carmen Matussek
2010 Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V.


